Mein nächster Ausflug führte mich
gemeinsam mit Theresa nach Izmir, die drittgrößte Stadt der Türkei.
Durch den nationalen Feiertag für das Opferfest Bayram hatten
wir über eine Woche lang keine Veranstaltungen in der Uni und
beschlossen einen anderen Teil der Türkei zu erkunden.
Es
begann mit einer Busfahrt, die nah an Bolivien rankam. Wir waren zwar
nur ungefähr 10 Stunden unterwegs, dafür allerdings tagsüber, weil
es nachts keine freien Plätze mehr gab und die Pausen, die wir
gemacht haben waren einfach viel zu viele und zu lang, sodass sich
die Fahrt sehr lange hinzog. In Izmir mussten wir dann ein
Shuttle-Taxi nehmen, dass uns jedoch leider nicht an der erwarteten
Ecke rausließ, also lernten wir Izmir bei einem langen Fußmarsch zu
unserem Hostel schon einmal bei nächtlichem Licht kennen. Im Hostel
wurden wir aber auch so spät noch herzlich willkommen geheißen und
konnten uns schließlich in unsere Betten kuscheln.
Die
Tage in Izmir, haben wir viel an der Küstenlinie an der Izmir-Bucht
verbracht, die mit Fußweg, Fahrradweg, Laufstrecke und Grünstreifen
sehr schön ausgebaut ist und viele Izmiraner sowie Besucher anzieht.
Sonst haben wir uns natürlich die in unserer Karte groß
eingezeichneten Sehenswürdigkeiten angesehen. Agora hat
uns beide nicht sonderlich überzeugt und wir haben uns den Eintritt
von 5 Lira gespart, denn die herumliegenden Säulen und
Mauerbruchstücke konnten wir auch durch den Zaun ansehen. Kadifekale
war da schon interessanter. Nach einem wunderschönen, absolut
nicht-touristischen Spaziergang durch ein armes aber sehr familiäres
und ruhiges Viertel kamen wir zu den Burgresten auf dem vielleicht
höchsten Punkt Izmirs an. Wir hatten eine fantastische Aussicht auf
die ganze Stadt, wie sie sich um die Bucht herum schmiegt und konnten
auch noch ein bisschen auf den Mauern herum klettern. Der Asansör
gefiel uns auch sehr gut. Es ist ein alter Fahrstuhlturm mitten in
einem Wohnviertel, der damals gebaut wurde um den Bewohnern oben den
langen Treppenaufstieg zu ersparen. Das Gebäude ist alt, der
Fahrstuhl an sich neu, aber von der Terrasse oben hat man ohne
Zweifel einen schönen Blick in die Bucht. An unserem letzten Tag in
der sehr touristischen Stadt haben wir uns dann schließlich mit
einigen Schwierigkeiten zwei Fahrräder an den vollautomatisierten
(da lag das Problem) Stationen geliehen uns sind die Küstenstrecke
entlanggeradelt.
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| Agora, mitten in der Stadt |
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| Der steile Weg hinauf auf den Berg... |
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| ...um dann von Kadifekale diesen Blick zu genießen |
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| Der Asansör |
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| Unmissverständliches Zeichen, dass dort der Fahrradweg vorbei war |
Aber
wir haben Izmir zwischendurch auch verlassen. Unsere erste kleine
Reise ging zwei Tage nach Çeşme,
einem Ferienort am Mittelmeer. Da die Hauptsaison aber schon vorbei
ist und es ja auch nicht die Hauptregion für Touristen ist, war es
sehr angenehm. Am ersten, leicht kühlen und bewölkten Tag, sind wir
einmal ins nicht ganz so kalte Wasser gesprungen, sind ein bisschen
geschwommen – scheinbar tut man das in allen anderen Meeren als der
Nordsee, bei der man sich eigentlich nur in die Wellen schmeißt –
und haben uns dann schnell wieder aufgewärmt. Am nächsten Tag
hatten wir fantastisches Wetter und haben zu allem Überfluss auch
noch heiße Quellen im Meer in der Nähe eines kleinen Hafens
gefunden. Bei einer Wassertemperatur von ungefähr 50 Grad fällt es
einem auch tatsächlich nicht schwer ins Wasser zu kommen, der
anschließende Schwimmzug ins normal kalte Meerwasser, war dann
jedoch ein umso größerer Schock. Çeşme
war insgesamt auf jeden Fall ein schöner Strandurlaub.
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| Strand von Çeşme |
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| Die heißen Quellen |
Dann
ließen wir es uns natürlich nicht nehmen noch einen Tagesausflug
nach Efes
zu machen, wo die frühere Hafenstadt der Griechen zu einem kleinen
Teil ausgegraben wurde – kleiner Teil heißt hier 10% von einer
Millionenstadt, also durchaus ganz schön viele Ruinen zu sehen.
Teilweise sehr gut erhaltene Mauern und Säulen warteten auf uns und
man konnte überall direkt dran, sie anfassen oder auf ihnen
herumklettern. Es war ein beeindruckender Spaziergang durch die
Geschichte.
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| Einer der am besten erhaltenen Teile Efes' |
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| Schönstes Wetter in der alten Hafenstadt |
Und
unser letzter Ausflug ging nach Foça.
Das
ist eine kleine und touristische Fischerstadt. Ebenfalls wieder
außerhalb der Hauptsaison konnten wir entspannt durch die Gassen und
am Meer entlang schlendern und einfach die Nähe zum Meer genießen.
Fischbrötchen gab es dort an jeder Ecke und das Wappen von Foça
(eine
Robbe über Wellen) erinnerte mich sehr stark an die Nordsee.
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| Warmer Küstenwind |
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| Wappen von Foça |
Und
dann ging es mit dem Flugzeug zurück nach Istanbul, wo ich erst
einmal meine in Efes
eingefangenen Hornissenstiche auskurieren musste.
Meeresgrüße
Lisi
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