Freitag, 12. Dezember 2014

Planlos durch Bursa


Um euch vor Weihnachten noch auf den neuesten Stand zu bringen, werde ich noch über meine kleinen Ausflüge nach Bursa und Antalya berichten.
Mit dem Bus machte ich mich in kleiner, netter, rein weiblicher Erasmusgruppe auf den verhältnismäßig kurzen Weg nach Bursa. Wir hatten alle keine Pläne, was wir dort machen könnten, das einzige, von dem ich schon einmal gehört hatte, aber auch nicht wirklich Bescheid wusste, war eine wohl sehr lange Seilbahn. Also erkoren wir das zu unserem ersten Ziel aus und fragten uns mit den paar türkischen Worten, die wir konnten zu der Station durch. Nach Bus und Taksi gelangten wir dort an. Unser Ziel war es dann, mit der Seilbahn in den Nationalpark hinein zu fahren, zu einem Camp von dem wir gehört hatten. Dort war der Plan eine Hütte als Unterkunft zu mieten und die nächsten zwei Tage wandernd im Wald zu verbringen, so hatten wir uns das gedacht.
Die Wahrheit sah aber etwas anders aus. Erstmal war das Wetter wirklich miserabel. Es war kalt, abwechselnd regnerisch und neblig und einfach grusselig. Zudem hatten wir alle nicht die beste Ausstattung an Kleidung und Schuhen um dieses Wetter in der Natur zu überstehen. Trotzdem nahmen wir erstmal die Seilbahn. Sehen konnten wir leider absolut gar nichts, denn die Scheiben waren beschlagen und draußen war einfach nur grauer Nebel (oder auch Wolken), der uns den Blick auf die Stadt hinunter und den schönen Herbstwald um uns herum versperrte. Es war eine lange Fahrt, da die Seilbahn etwa fünf Kilometer in den Uludag Nationalpark hineinführt. 

Seilbahn und Nebel, Nebel, Nebel
Wir stiegen aus und uns erwartete nur noch mehr kalter Nebel. Wir versuchten den drei Menschen die dort oben bei den Minibussen standen klar zu machen, dass wir zum Sarialan Camp wollten und sie bedeuteten uns einzusteigen, was wir dann auch taten, obwohl sie Seilbahnstation eigentlich schon Sarialan hieß. Wir fuhren sieben Kilometer, was eindeutig zu weit war für das Camp. Und dann hielten wir bei einer großen Ansammlung von Hotelklotz neben Hotelklotz. Alles sah ziemlich geschlossen und verlassen aus. Kein Laden, kein Restaurant, nur noch ein Skilift, der weiter den Berg hinaufführte. Von unseren Mitfahrern konnten wir dann halb auf türkisch, halb auf englisch erfahren, dass das Camp nur im Sommer geöffnet hat und die Hotel, bei denen wir angekommen waren, nur im Winter. Oktober war offensichtlich keins von beiden, denn es war einfach alles geschlossen. Wir nahmen also den Bus zurück zur Seilbahn und die Seilbahn zurück nach Bursa. Auf der Rückfahrt hatten wir dann noch einen abrupten Stopp, sodass die Kabine extrem unangenehm und Übelkeit erregend anfing zu schaukeln und wir dank des Nebels weiterhin nichts sehen konnten und uns dadurch doch leicht unwohl fühlten.

Der Skilift weiter in die Wolken hinein
In Bursa angekommen waren wir nass und durchgefroren und beschlossen, dass das genug Natur und Nationalpark für uns war. Wir beschlossen in der Stadt an sich zu bleiben und am nächsten Tag abends zurückzufahren. Erstmal wanderten wir noch durch die bergige Stadt abwärts um im Zentrum ein warmes Cafe zu finden, wo wir unseren Hunger stillen konnten und noch auf eine Nachzüglerin aus Istanbul warteten. Dann ging der Weg weiter auf der Suche nach einer Unterkunft, die aber schnell gefunden war.
Der nächste Tag gestaltete sich etwas erfolgreicher, denn wir wollten nun doch die Sehenswürdigkeiten von Bursa erkunden. Zuerst schlenderten wir zum Basar und der großen Moschee, wo wir noch das Ende des Gebetes mitbekommen durften. Danach wollten wir zur grünen Moschee (die wichtigste Sehenswürdigkeit Bursas) und begegneten dabei zufällig einem netten, gut englisch sprechenden Türken, der zusätzlich noch die Moschee restaurierte und uns anbot uns dazu ein bisschen was zu erzählen. Wir erhielten eine außergewöhnliche Führung mit versteckten Einzelheiten der Moschee, der Brunnen und das Licht wurden für uns eingeschaltet und wir konnten alles fragen, was wir wollten, sodass wir anstatt nur bewundernd zu schauen endlich verstanden, warum es diese Nischen, den Brunnen und den grünen Teppich gibt. Danach erfuhren wir noch die weit bekannte türkische Gastfreundlichkeit, als er uns auf einen Tee in sein Geschäft einlud. Natürlich gingen wir nachher alle nicht ohne etwas gekauft zu haben von dannen und waren voller positiver Energie nach dieser schönen Erfahrung. 

Der Basar von Bursa  

Die große Moschee mit Brunnen für die Fußwaschung

Die grüne Moschee

Mit unserem Begleiter vor der von ihm restaurierten Fliesenwand
Beim Teetrinken im Teppichverkaufsladen
Es folgte noch ein weiteres Abendessen in der sehr schönen, ruhigen Stadt Bursa und anschließend eine lustige Busfahrt wieder zurück nach Istanbul.