Um euch vor Weihnachten noch auf den
neuesten Stand zu bringen, werde ich noch über meine kleinen
Ausflüge nach Bursa und Antalya berichten.
Mit dem Bus machte ich mich in kleiner,
netter, rein weiblicher Erasmusgruppe auf den verhältnismäßig
kurzen Weg nach Bursa. Wir hatten alle keine Pläne, was wir dort
machen könnten, das einzige, von dem ich schon einmal gehört hatte,
aber auch nicht wirklich Bescheid wusste, war eine wohl sehr lange
Seilbahn. Also erkoren wir das zu unserem ersten Ziel aus und fragten
uns mit den paar türkischen Worten, die wir konnten zu der Station
durch. Nach Bus und Taksi gelangten wir dort an. Unser Ziel war es
dann, mit der Seilbahn in den Nationalpark hinein zu fahren, zu einem
Camp von dem wir gehört hatten. Dort war der Plan eine Hütte als
Unterkunft zu mieten und die nächsten zwei Tage wandernd im Wald zu
verbringen, so hatten wir uns das gedacht.
Die Wahrheit sah aber etwas anders aus.
Erstmal war das Wetter wirklich miserabel. Es war kalt, abwechselnd
regnerisch und neblig und einfach grusselig. Zudem hatten wir alle
nicht die beste Ausstattung an Kleidung und Schuhen um dieses Wetter
in der Natur zu überstehen. Trotzdem nahmen wir erstmal die
Seilbahn. Sehen konnten wir leider absolut gar nichts, denn die
Scheiben waren beschlagen und draußen war einfach nur grauer Nebel
(oder auch Wolken), der uns den Blick auf die Stadt hinunter und den
schönen Herbstwald um uns herum versperrte. Es war eine lange Fahrt,
da die Seilbahn etwa fünf Kilometer in den Uludag Nationalpark
hineinführt.
| Seilbahn und Nebel, Nebel, Nebel |
Wir stiegen aus und uns erwartete nur
noch mehr kalter Nebel. Wir versuchten den drei Menschen die dort
oben bei den Minibussen standen klar zu machen, dass wir zum Sarialan
Camp wollten und sie bedeuteten uns einzusteigen, was wir dann auch
taten, obwohl sie Seilbahnstation eigentlich schon Sarialan hieß.
Wir fuhren sieben Kilometer, was eindeutig zu weit war für das Camp.
Und dann hielten wir bei einer großen Ansammlung von Hotelklotz
neben Hotelklotz. Alles sah ziemlich geschlossen und verlassen aus.
Kein Laden, kein Restaurant, nur noch ein Skilift, der weiter den
Berg hinaufführte. Von unseren Mitfahrern konnten wir dann halb auf
türkisch, halb auf englisch erfahren, dass das Camp nur im Sommer
geöffnet hat und die Hotel, bei denen wir angekommen waren, nur im
Winter. Oktober war offensichtlich keins von beiden, denn es war
einfach alles geschlossen. Wir nahmen also den Bus zurück zur
Seilbahn und die Seilbahn zurück nach Bursa. Auf der Rückfahrt
hatten wir dann noch einen abrupten Stopp, sodass die Kabine extrem
unangenehm und Übelkeit erregend anfing zu schaukeln und wir dank
des Nebels weiterhin nichts sehen konnten und uns dadurch doch leicht
unwohl fühlten.
| Der Skilift weiter in die Wolken hinein |
In Bursa angekommen waren wir nass und
durchgefroren und beschlossen, dass das genug Natur und Nationalpark
für uns war. Wir beschlossen in der Stadt an sich zu bleiben und am
nächsten Tag abends zurückzufahren. Erstmal wanderten wir noch
durch die bergige Stadt abwärts um im Zentrum ein warmes Cafe zu
finden, wo wir unseren Hunger stillen konnten und noch auf eine
Nachzüglerin aus Istanbul warteten. Dann ging der Weg weiter auf der
Suche nach einer Unterkunft, die aber schnell gefunden war.
Der nächste Tag gestaltete sich etwas
erfolgreicher, denn wir wollten nun doch die Sehenswürdigkeiten von
Bursa erkunden. Zuerst schlenderten wir zum Basar und der großen
Moschee, wo wir noch das Ende des Gebetes mitbekommen durften. Danach
wollten wir zur grünen Moschee (die wichtigste Sehenswürdigkeit
Bursas) und begegneten dabei zufällig einem netten, gut englisch
sprechenden Türken, der zusätzlich noch die Moschee restaurierte
und uns anbot uns dazu ein bisschen was zu erzählen. Wir erhielten
eine außergewöhnliche Führung mit versteckten Einzelheiten der
Moschee, der Brunnen und das Licht wurden für uns eingeschaltet und
wir konnten alles fragen, was wir wollten, sodass wir anstatt nur
bewundernd zu schauen endlich verstanden, warum es diese Nischen, den
Brunnen und den grünen Teppich gibt. Danach erfuhren wir noch die
weit bekannte türkische Gastfreundlichkeit, als er uns auf einen Tee
in sein Geschäft einlud. Natürlich gingen wir nachher alle nicht
ohne etwas gekauft zu haben von dannen und waren voller positiver
Energie nach dieser schönen Erfahrung.
| Der Basar von Bursa |
| Die große Moschee mit Brunnen für die Fußwaschung |
| Die grüne Moschee |
| Mit unserem Begleiter vor der von ihm restaurierten Fliesenwand |
| Beim Teetrinken im Teppichverkaufsladen |
Es folgte noch ein weiteres Abendessen
in der sehr schönen, ruhigen Stadt Bursa und anschließend eine lustige Busfahrt wieder zurück nach Istanbul.

