Ich wohne schon seit einiger Zeit nicht
mehr im Hostel, genau genommen seit zwei Wochen, deshalb wird es nun
wirklich Zeit, dass ich euch von meinem Umzug berichte.
| Der Schlafsaal im Hostel |
Die ersten zwei Wochen meines Semesters
in Istanbul hatte ich mich in einem 10er Schlafsaal in einem Hostel
eingemietet. Es liegt in der Nähe des vermutlich allseits bekannten
Taksim-Platzes. Da der Taksim-Platz sehr hoch gelegen ist, ging es
für mich immer viel bergauf und -ab und weil es die beiden Wochen
auch noch sehr sommerlich heiß war, half Deo auch nicht sonderlich
viel.
Seit ich dann aber hier war und jeden
Tag beinahe eine Stunde lang zur Uni fahren musste, weil ich ja auch
noch auf der europäischen Seite wohnte, während meine Uni auf der
asiatischen liegt, war schnell klar, dass ich auf jeden Fall auf die
andere Seite muss, bevorzugt in den Stadtteil Kadiköy und am besten
noch in die schöne Ecke der Moda Caddesi (Straße).
Nach einigen Wohnungsbesichtigungen,
fand ich eine sehr schöne, absolut perfekt gelegene, in der Suzan
ein Zimmer frei hatte. Wir verblieben so, dass sie mir abends
Bescheid geben wollte und prompt bekam ich abends eine Mail, dass ich
morgen einziehen könnte. Also hieß es am nächsten morgen Koffer
packen.
| Das Wohnzimmer/Suzans Zimmer |
| Die Küche |
| Das Badezimmer |
Theresa holte mich nachmittags am
Hostel ab, da mein Ziehkoffer nicht mehr ziehbar war, nachdem der
Griff abgebrochen war und er doch sehr schwer zu tragen war.
Ausgerechnet an dem Tag schüttete es natürlich auch noch, sodass
der Weg vom Hostel zu meiner neuen Wohnung lang, nass und extrem
anstrengend war. Mehr muss ich dazu nicht sagen.
Nun wohne ich mit Suzan (Türkin) und
Melli (Deutsche) in einer kleinen Wohnung im zweiten Stock. Wir haben
ein kleines Badezimmer, eine noch kleinere Küche – aber beides mit
Fenster – ein Wohnzimmer, was aber auch gleichzeitig Suzans
Schlafzimmer ist und deshalb wenig von Melli und mir genutzt wird,
einen Flur und Mellis und mein Zimmer. Die Besonderheit an meinem
Zimmer ist eine Art kleiner Wintergarten, in dem mein Schreibtisch
steht. Von dort aus kann ich in den grünen Innenhof schauen und
werde morgens vom Vogelgezwitscher geweckt. Perfekt um dem Stadtlärm
und der Hektik mal zu entfliehen. Auch ein Zimmer für mich allein zu
haben, trägt viel zu meinem Wohlbefinden bei.
| Mein Zimmer |
| Mein Schreibtisch im "Wintergarten" |
Die Moda Caddesi ist eine Straße mit
vielen Cafés und Bars, kleinen und alternativen Läden. Und sie
führt direkt hinunter in den Moda Park, wo man sich in grüner
Umgebung schön an die Mittelmeerküste setzen kann. Kein Strand,
aber trotzdem angenehme Meeresluft.
Der Stadtteil ist zudem übervölkert
von Katzen. Sie sind überall. Ich glaube, dass es auch mehr Katzen
als Einwohner hier gibt. Ich habe wahrscheinlich eine der wenigen
Wohnungen gefunden, in denen noch keine Katze wohnt. Deshalb nenne
ich Kadiköy auch in Gedanken liebevoll Kediköy, denn kedi ist
das türkische Wort für Katze.
| Kediler - werden an jeder Ecke fleißig gefüttert |
Von hier aus bin ich in fünf Minuten
am Hafen, falls ich mal wieder auf die europäische Seite fahren
will, und in ca. 10 Minuten an der Bushaltestelle, wo die Busse zu
meiner Uni abfahren. Dorthin brauche ich nun je nach Verkehrslage
noch 30-45 Minuten.
Jetzt habe ich auch das Gefühl
wirklich angekommen zu sein und auch länger zu bleiben, als die
Touristen und Backpacker im Hostel, die alle nach maximal zwei
Nächten wieder auszogen. Ich habe direkt unter meiner Wohnung einen
Kiosk, eine Ecke weiter einen Gemüsehändler, drei Ecken weiter
einen Supermarkt und dort gegenüber einen Bäcker. Somit habe ich
hier alles, was ich brauche.
| Der Blick, wenn ich zu meiner Wohnung gehe: Bosporus und Moschee |
Heimische Grüße
Lisi
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