Mittwoch, 1. Oktober 2014

Kediköy


Ich wohne schon seit einiger Zeit nicht mehr im Hostel, genau genommen seit zwei Wochen, deshalb wird es nun wirklich Zeit, dass ich euch von meinem Umzug berichte.

Der Schlafsaal im Hostel
Die ersten zwei Wochen meines Semesters in Istanbul hatte ich mich in einem 10er Schlafsaal in einem Hostel eingemietet. Es liegt in der Nähe des vermutlich allseits bekannten Taksim-Platzes. Da der Taksim-Platz sehr hoch gelegen ist, ging es für mich immer viel bergauf und -ab und weil es die beiden Wochen auch noch sehr sommerlich heiß war, half Deo auch nicht sonderlich viel.
Seit ich dann aber hier war und jeden Tag beinahe eine Stunde lang zur Uni fahren musste, weil ich ja auch noch auf der europäischen Seite wohnte, während meine Uni auf der asiatischen liegt, war schnell klar, dass ich auf jeden Fall auf die andere Seite muss, bevorzugt in den Stadtteil Kadiköy und am besten noch in die schöne Ecke der Moda Caddesi (Straße).
Nach einigen Wohnungsbesichtigungen, fand ich eine sehr schöne, absolut perfekt gelegene, in der Suzan ein Zimmer frei hatte. Wir verblieben so, dass sie mir abends Bescheid geben wollte und prompt bekam ich abends eine Mail, dass ich morgen einziehen könnte. Also hieß es am nächsten morgen Koffer packen.

Das Wohnzimmer/Suzans Zimmer
Die Küche
Das Badezimmer
Theresa holte mich nachmittags am Hostel ab, da mein Ziehkoffer nicht mehr ziehbar war, nachdem der Griff abgebrochen war und er doch sehr schwer zu tragen war. Ausgerechnet an dem Tag schüttete es natürlich auch noch, sodass der Weg vom Hostel zu meiner neuen Wohnung lang, nass und extrem anstrengend war. Mehr muss ich dazu nicht sagen.
Nun wohne ich mit Suzan (Türkin) und Melli (Deutsche) in einer kleinen Wohnung im zweiten Stock. Wir haben ein kleines Badezimmer, eine noch kleinere Küche – aber beides mit Fenster – ein Wohnzimmer, was aber auch gleichzeitig Suzans Schlafzimmer ist und deshalb wenig von Melli und mir genutzt wird, einen Flur und Mellis und mein Zimmer. Die Besonderheit an meinem Zimmer ist eine Art kleiner Wintergarten, in dem mein Schreibtisch steht. Von dort aus kann ich in den grünen Innenhof schauen und werde morgens vom Vogelgezwitscher geweckt. Perfekt um dem Stadtlärm und der Hektik mal zu entfliehen. Auch ein Zimmer für mich allein zu haben, trägt viel zu meinem Wohlbefinden bei.

Mein Zimmer
Mein Schreibtisch im "Wintergarten"
Die Moda Caddesi ist eine Straße mit vielen Cafés und Bars, kleinen und alternativen Läden. Und sie führt direkt hinunter in den Moda Park, wo man sich in grüner Umgebung schön an die Mittelmeerküste setzen kann. Kein Strand, aber trotzdem angenehme Meeresluft.
Der Stadtteil ist zudem übervölkert von Katzen. Sie sind überall. Ich glaube, dass es auch mehr Katzen als Einwohner hier gibt. Ich habe wahrscheinlich eine der wenigen Wohnungen gefunden, in denen noch keine Katze wohnt. Deshalb nenne ich Kadiköy auch in Gedanken liebevoll Kediköy, denn kedi ist das türkische Wort für Katze.

Kediler - werden an jeder Ecke fleißig gefüttert
Von hier aus bin ich in fünf Minuten am Hafen, falls ich mal wieder auf die europäische Seite fahren will, und in ca. 10 Minuten an der Bushaltestelle, wo die Busse zu meiner Uni abfahren. Dorthin brauche ich nun je nach Verkehrslage noch 30-45 Minuten.
Jetzt habe ich auch das Gefühl wirklich angekommen zu sein und auch länger zu bleiben, als die Touristen und Backpacker im Hostel, die alle nach maximal zwei Nächten wieder auszogen. Ich habe direkt unter meiner Wohnung einen Kiosk, eine Ecke weiter einen Gemüsehändler, drei Ecken weiter einen Supermarkt und dort gegenüber einen Bäcker. Somit habe ich hier alles, was ich brauche.

Der Blick, wenn ich zu meiner Wohnung gehe: Bosporus und Moschee
Heimische Grüße
Lisi

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