Dienstag, 3. März 2015

Türkiye - Ελλάδα - Türkiye

Um ein halbes Jahr lang in der Türkei leben zu dürfen, muss man innerhalb der ersten drei Monate (die einem als Tourist gewährt werden) bei der Polizeit eine Aufenthalsgenehmigung beantragen. Die ist mit einigen hinderlichen Dokumenten von verschiedenen Behörden und einem Haufen Geld verbunden, aber irgendwann sagen einem die netten Polizisten in der Station dann, dass der Antrag bearbeitet wird und in vielleicht zwei Monaten fertig ist. Leider habe ich die Karte, die man dann als Dokument erhalten sollte, nicht bekommen, sodass es immer wieder Nachfragen an den Passstationen gab.

Da die Aufenthaltsgenehmigung aber ohnehin Anfang Februar ablief, musste ich vorher das Land verlassen und danach durfte ich wieder ins Land. Also machte ich mich mit Nora und Lotti auf einen kleinen Ausflug von Izmir über Cesme auf die griechische Insel Chios und wieder zurück nach Izmir und Istanbul.

Sonnenuntergang in Cesme

Heißes Meerwasser bei draußen kalten Temperaturen

Planung für die Insel

Griechenland in Sicht

Pause von der Hotelsuche

Sonnig-stürmischer Strandtag

Nora und ich

Griechische Häuser am Meer

Sie trotzden dem Sturm

Bunte Natur

Per Anhalter unterwegs

Für die Rückfahrt in die Türkei: glattes Meer

Abschied von Chios

Montag, 2. März 2015

Street Art in Kadıköy

Da ich schon wieder in Deutschland weile und diesen Blog etwas habe schleifen lassen, fülle ich ihn nun einfach mit wenig Text, dafür umso mehr visuellen Eindrücken mit meinen letzten Erlebnissen.

Ich habe mit einen Tag in Kadiköy gegönnt und habe mich auf die Suche nach Street Art gemacht, was gar nicht schwer ist, denn die meisten Bilder, die man findet, füllen gleich ganze Häuserfronten.





























Freitag, 9. Januar 2015

Flammen, Meer und Felsen


Um heraus zu finden was diese ganzen deutschen Rentner in die große Stadt an der türkischen Südküste zieht, machten Jan, Jonas, Christoph, Nora und ich uns auf den Weg gen Süden. Wir hatten hauptsächlich Schlechtes im Vorfeld gehört, da Antalya doch extrem touristisch ausgelegt und vor Hotelklötzen nur so überlaufen sein sollte.
Wir wurden positiv überrascht, als wir vom Flughafen mit dem Taxi zu unserer Unterkunft mitten in die schöne Altstadt gefahren wurden. Überall schmale Gassen, gesäumt von mediterran anmutenden kleinen Häusern. Unsere Pansion roch zwar leicht muffig, doch das Zimmer war groß und sauber und am nächsten Morgen konnten wir unsere Zähne auf der großen Terrasse putzen, während wir einen angenehmen Blick über Antalyas Dächer auf schneebedeckte Gipfel genießen konnten.
Nach einem ausgiebigen Frühstück in der – jahreszeitlich bedingt – angenehm leeren Altstadt, machten wir uns auf den Weg zum Hafen, von dem aus wir einen herrlichen Blick über die Bucht auf eine Bergkette hatten. An diesen Anblick musste ich mich von Anfang an gewöhnen: direkt am Wasser so viele und hohe Berge, kannte ich aus meiner bisherigen Nordsee Erfahrung noch nicht. Bis auf ein paar Hotelhochhäuser am Rande, fanden wir alle Antalya aber doch ganz angenehm. An der Küste entlang wandern, ein bisschen über die Felsen kraxeln und dann den Sonnenuntergang mit weitem Blick über das Meer genießen und schließlich wieder ein gemütlicher Spaziergang durch die alten Gassen.

Antalyas Meerblick
Meine Reisegefährten

Altstadt im Abendlicht

Wir hatten den Plan abends nach Olympos weiter zu fahren und nach einer kurzen Rechnung über die Fahrtkosten und einige Erkundigungen, mieteten wir kurzerhand ein Auto. Fünf Leute, fünf Sitze, passt perfekt. Sobald wir aus dem Stadtverkehr waren, konnten wir angenehm über die Autobahn weiter Richtung Süden fahren.
Im Dunkeln kamen wir dann in Olympos an. Es ist an sich nur eine Ruinenstätte, direkt am Meer mit Kiesstrand, wo sich viele Unterkünfte angesammelt haben um die Touristenmassen im Sommer zu beherbergen. Ende November mussten wir allerdings feststellen, dass gerade mal zwei der Pansionen geöffnet hatten. In eine davon mieteten wir uns kurzerhand ein und bekamen zwei Holzhütten mit integriertem Badezimmer zugewiesen. Wir fanden es noch zu früh um schon schlafen zu gehen, also machten wir uns im Dunkeln auf den Weg zum Strand. Ich hielt schon mal meine Füße ins Mittelmeer und wir konnten kleine leuchtende Sterne im Wasser und ein faszinierendes Sternenzelt über uns betrachten. Um uns warm zu halten, machten wir schließlich ein Lagerfeuer und genossen das wiederum andere Licht.
Am nächsten Morgen, als wir unsere Hütten zum Frühstück verließen, standen wir plötzlich unter voll behängten Orangenbäumen und zu allen Seiten ragten hohe Berge über uns auf. Gestärkt machten wir uns auf den Weg zum Strand um bei novemberlichen 20 Grad schwimmen zu gehen. Das Wasser war durchaus eine Abkühlung, nach der man sich auch in der Sonne wieder aufwärmen konnte. Nach dem Lagerfeuer an dem Abend teilten wir uns am folgenden Tag ein wenig auf und mit Nora und Christoph machte ich mich auf eine kleine Wander- und Klettertour durch die Ruinen und die Felsen hoch. Von oben hatten wir einen wunderschönen Blick über den Strand, das Meer und auf der anderen Seite das Flusstal durch die Berge, wo wir übernachteten.

Olympos' Ruinen
Die Natur holt sich einiges wieder
Der Strand von oben aus

Nach zwei wunderbar entspannten, naturgeladenen Tagen – die nach der langen Zeit in der Großstadt bitter nötig für mich waren – fuhren wir nach Kemer. Auf dem Weg dorthin legten wir noch einen kleinen Zwischenstopp bei den Flammen der Chimäre ein. Es war eine große Felsfläche mitten im Wald, durch deren Risse Gas ausströmte, dass sie entzündet hatte. Bei mondbeschienener Nacht war es ein heimeliges Bild so eine dunkle Ebene immer wieder durchbrochen von kleinen Flammen zu betrachten.

Der flammende Atem der Chimäre

Kemer sah genau aus, wie ich mir bisher eine Pauschalreisen-Küstenstadt vorgestellt hatte. Touristisch, unschön und Lira wurden eins zu eins in Euro umgerechnet. Dort verbrachten wir eine günstige Nacht im Hotel, bevor wir am nächsten Morgen nach Phaselis fuhren um dort noch einmal Ruinen und Strand zu genießen. Jonas hat sich bei etwas kälteren Temperaturen nochmal wagemutig ins Meer gestürzt um auch im Dezember nochmal im Meer zu schwimmen, wir anderen sind trocken am Strand geblieben und haben die letzten Sonnenstrahlen genossen, bevor wir wieder ins Auto gestiegen und zum Flughafen in Antalya zurück gefahren sind.

Ruinen von Phaselis
Sonnenuntergang am Mittelmeer

Freitag, 12. Dezember 2014

Planlos durch Bursa


Um euch vor Weihnachten noch auf den neuesten Stand zu bringen, werde ich noch über meine kleinen Ausflüge nach Bursa und Antalya berichten.
Mit dem Bus machte ich mich in kleiner, netter, rein weiblicher Erasmusgruppe auf den verhältnismäßig kurzen Weg nach Bursa. Wir hatten alle keine Pläne, was wir dort machen könnten, das einzige, von dem ich schon einmal gehört hatte, aber auch nicht wirklich Bescheid wusste, war eine wohl sehr lange Seilbahn. Also erkoren wir das zu unserem ersten Ziel aus und fragten uns mit den paar türkischen Worten, die wir konnten zu der Station durch. Nach Bus und Taksi gelangten wir dort an. Unser Ziel war es dann, mit der Seilbahn in den Nationalpark hinein zu fahren, zu einem Camp von dem wir gehört hatten. Dort war der Plan eine Hütte als Unterkunft zu mieten und die nächsten zwei Tage wandernd im Wald zu verbringen, so hatten wir uns das gedacht.
Die Wahrheit sah aber etwas anders aus. Erstmal war das Wetter wirklich miserabel. Es war kalt, abwechselnd regnerisch und neblig und einfach grusselig. Zudem hatten wir alle nicht die beste Ausstattung an Kleidung und Schuhen um dieses Wetter in der Natur zu überstehen. Trotzdem nahmen wir erstmal die Seilbahn. Sehen konnten wir leider absolut gar nichts, denn die Scheiben waren beschlagen und draußen war einfach nur grauer Nebel (oder auch Wolken), der uns den Blick auf die Stadt hinunter und den schönen Herbstwald um uns herum versperrte. Es war eine lange Fahrt, da die Seilbahn etwa fünf Kilometer in den Uludag Nationalpark hineinführt. 

Seilbahn und Nebel, Nebel, Nebel
Wir stiegen aus und uns erwartete nur noch mehr kalter Nebel. Wir versuchten den drei Menschen die dort oben bei den Minibussen standen klar zu machen, dass wir zum Sarialan Camp wollten und sie bedeuteten uns einzusteigen, was wir dann auch taten, obwohl sie Seilbahnstation eigentlich schon Sarialan hieß. Wir fuhren sieben Kilometer, was eindeutig zu weit war für das Camp. Und dann hielten wir bei einer großen Ansammlung von Hotelklotz neben Hotelklotz. Alles sah ziemlich geschlossen und verlassen aus. Kein Laden, kein Restaurant, nur noch ein Skilift, der weiter den Berg hinaufführte. Von unseren Mitfahrern konnten wir dann halb auf türkisch, halb auf englisch erfahren, dass das Camp nur im Sommer geöffnet hat und die Hotel, bei denen wir angekommen waren, nur im Winter. Oktober war offensichtlich keins von beiden, denn es war einfach alles geschlossen. Wir nahmen also den Bus zurück zur Seilbahn und die Seilbahn zurück nach Bursa. Auf der Rückfahrt hatten wir dann noch einen abrupten Stopp, sodass die Kabine extrem unangenehm und Übelkeit erregend anfing zu schaukeln und wir dank des Nebels weiterhin nichts sehen konnten und uns dadurch doch leicht unwohl fühlten.

Der Skilift weiter in die Wolken hinein
In Bursa angekommen waren wir nass und durchgefroren und beschlossen, dass das genug Natur und Nationalpark für uns war. Wir beschlossen in der Stadt an sich zu bleiben und am nächsten Tag abends zurückzufahren. Erstmal wanderten wir noch durch die bergige Stadt abwärts um im Zentrum ein warmes Cafe zu finden, wo wir unseren Hunger stillen konnten und noch auf eine Nachzüglerin aus Istanbul warteten. Dann ging der Weg weiter auf der Suche nach einer Unterkunft, die aber schnell gefunden war.
Der nächste Tag gestaltete sich etwas erfolgreicher, denn wir wollten nun doch die Sehenswürdigkeiten von Bursa erkunden. Zuerst schlenderten wir zum Basar und der großen Moschee, wo wir noch das Ende des Gebetes mitbekommen durften. Danach wollten wir zur grünen Moschee (die wichtigste Sehenswürdigkeit Bursas) und begegneten dabei zufällig einem netten, gut englisch sprechenden Türken, der zusätzlich noch die Moschee restaurierte und uns anbot uns dazu ein bisschen was zu erzählen. Wir erhielten eine außergewöhnliche Führung mit versteckten Einzelheiten der Moschee, der Brunnen und das Licht wurden für uns eingeschaltet und wir konnten alles fragen, was wir wollten, sodass wir anstatt nur bewundernd zu schauen endlich verstanden, warum es diese Nischen, den Brunnen und den grünen Teppich gibt. Danach erfuhren wir noch die weit bekannte türkische Gastfreundlichkeit, als er uns auf einen Tee in sein Geschäft einlud. Natürlich gingen wir nachher alle nicht ohne etwas gekauft zu haben von dannen und waren voller positiver Energie nach dieser schönen Erfahrung. 

Der Basar von Bursa  

Die große Moschee mit Brunnen für die Fußwaschung

Die grüne Moschee

Mit unserem Begleiter vor der von ihm restaurierten Fliesenwand
Beim Teetrinken im Teppichverkaufsladen
Es folgte noch ein weiteres Abendessen in der sehr schönen, ruhigen Stadt Bursa und anschließend eine lustige Busfahrt wieder zurück nach Istanbul.