Einige werden den Namen tatsächlich
schon einmal gehört oder gelesen haben. Es ist der Name einiger
türkischer Restaurants in Deutschland. Doch dahinter steckt noch
viel mehr.
Gemeinsam mit vielen Erasmus-Studenten
und Organisatoren des Erasmus Students Networks (ESN) machte ich mich
im Bus auf eine ungefähr zehn-stündige Busfahrt auf in die Mitte
der Türkei. Im Gegensatz zu Deutschland kann man hier nämlich
viele, viele Stunden durchs Land fahren ohne eine Grenze zu
erreichen. Zudem fiel auf, dass es deutlich spärlicher besiedelt
ist, als in Deutschland, sodass wir zwischendurch wunderschön leere
Landschaften zu bewundern hatten.
Unser erster Busstopp war früh morgens
an einem großen Salzsee. Im Gegensatz zum Salar de Uyuni in Bolivien
ist er erstens viel kleiner, zweitens aber nicht ausgetrocknet, also
tatsächlich noch als See zu erkennen. Neben einem kargen Frühstück
und eisigem Wind war die schöne Erfahrung, dass auch dort das Wasser
nach Salz schmeckt. Und viel Salz, dass man in der Türkei kaufen
kann, wird auch wirklich aus diesem See gewonnen.
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| Der Salzsee |
Rein in den Bus, die Fahrt geht weiter.
Bei unserem nächsten Stopp waren wir dann schon in der Landschaft
angelangt, die man Kapadokya nennt. Dort erhoben sich aus einem
weitläufigen und steilen Tal hohe, schmale Zipfel aus Gestein. Die
Einheimischen nennen sie auch Feenschornsteine. In diese Felsen
hinein wurden vor vielen Jahren Höhlen und Wohnräume geschlagen,
von denen man heute noch Fenster und Türen als Löcher in den
Steinzipfeln sehen konnte. Weiter hinten konnten wir ein Dorf sehen,
dass sich an die Steinzipfel schmiegte und teilweise wurden auch noch
Hotels in die alten Höhlen gebaut. Trotz der Kälte hätte ich große
Lust gehabt unten in das Tal zu klettern und dort ein wenig zwischen
den hoch aufragenden Gesteinsformationen entlangzuwandern und diese
Laune der Natur einfach zu genießen, aber ich war ja mit einer
Gruppe unterwegs.
| Eine Felsenburg |
| Kapadokyas Feenschornsteine |
Rein in den Bus, die Fahrt geht weiter.
Nächster Stopp war das Open-Air-Museum wo wir in einige der Höhlen
hinein durften und zudem viele kleine Kapellen und Kirchen bewundern
konnten. Eine reihte sich an die nächste, sodass in einem kleinen
Bereich um die sieben Kirchen zu besuchen waren. Spannender als in
den Höhlen zu sein, in denen es meist nicht als dunkle Wände zu
bewundern galt, war es für mich die Berge von außen zu betrachten
und mir vorzustellen, wie man dort früher Menschen in den Fenster
gesehen haben konnte.
| Open-Air Museum |
| Eine der Kirchen, hineingeschlagen in den Felsen |
Rein in den Bus, die Fahrt geht weiter.
Nach einem schmackhaften Mittagessen – solange man nicht nur Salat
bekam, weil man kein Fleisch essen wollte – besuchten wir eine
Töpferei, von denen es in Kapadokya sehr viele gibt. In einer kurzen
Vorführung wurde uns gezeigt, wie man aus einem Klumpen Ton ein
perfekt geformtes Döschen mit Deckel hinbekommt, dann wurden uns
einige der Bemalungen erklärt und schließlich durften wir in den
großen Verkaufsraum und Geld ausgeben.
| Keramik in allen Formen und Farben |
Rein in den Bus, die Fahrt geht weiter.
Endlich einmal ins Hotel. Duschen, im kleinen Schwimmbad ein paar
Bahnen schwimmen um den Körper vom langen Sitzen zu entlasten,
Abendessen und dann eigentlich auch schon wieder in den Bus auf zur
türkischen Nacht. Alkohol so viel wir wollten gegen einen dafür
geringen Preis, wenn man bedenkt, dass Alkohol in der Türkei sehr
teuer ist. Die Hauptsache war aber die Tanzgruppe, die uns typische
türkische Tänze in den dazu passenden traditionellen Kleidern
vorgeführt hat. Es war sehr schön anzusehen und als die
Solo-Bauchtänzerin dann auch noch Leute aus dem Publikum dazu holte,
wurde es auch sehr schnell extrem amüsant.
| Die Tanzgruppe |
Am nächsten Morgen hatten wir von
unserem Hotel aus, das mitten im Nichts lag, einen fantastischen
Blick auf die Landschaft. Es folgte ein ausgedehntes Frühstück und
dann wieder: Rein in den Bus, die Fahrt geht von neuem los. Wir sind
in ein Dorf gefahren, in dem eine der dort häufigen Untergrundstädte
zu besichtigen war. Als dort Krieg herrschte, haben sich die Menschen
unterirdisch versteckt und dort lange überleben können, da es große
Lagerräume gab. Zur Verteidigung gegen eindringende Feinde, waren
die Gänge extrem eng und niedrig gebaut, sodass man kaum Platz zum
Kämpfen hatte und die Verteidiger keine überwältigende Masse gegen
sich hatte. Die Lagerräume werden auch heute noch genutzt, da dort
unter der Erde das ganze Jahr über 12 Grad Celsius herrschen. Ich
empfand es jedoch hauptsächlich als sehr beengend und etwas
unheimlich.
| Ausblick von unserem Balkon aus |
| Untergrundstadt - man konnte kaum aufrecht stehen |
Rein in den Bus, die Fahrt geht weiter.
Weinprobe. Hauptsächlich, weil die ESNler Wein kaufen wollten.
Rein in den Bus, die Fahrt geht weiter.
Pilzsteine. Eine Ansammlung von hoch aufragenden Felssäulen, die
laut unserem Guide aussehen wie Pilze, nach unserer Ansicht auch noch
wie etwas anderes. Da schlug bei mir der Schlafmangel der letzten
Nacht zu, sodass ich den Bus verlassen, mir die Felsen angeguckt habe
und dann schnell wieder rein ins Warme gegangen bin, ohne diese Laune
der Natur wirklich genießen zu können.
| "Pilz"-Felsen |
Rein in den Bus, die Fahrt geht weiter.
Schmuckfabrik. Dort wurde uns ebenfalls wieder gezeigt, wie dort aus
Speckstein Schmuck und andere Gegenstände hergestellt werden. Da war
jedoch recht uninteressant, bedenkt man meine Müdigkeit. Der Schluss
war natürlich wieder der Verkaufsraum.
| Perlen an Perlen an Perlen |
Rein in den Bus, die Fahrt geht weiter.
Besichtigung eines Museums / einer Moschee, einer Untergruppe des
Islams, zu der vor allem viele in Deutschland lebende Türken
gehören. Ich kann mich nicht an den Namen erinnern. Ich bin durch
alle Räume einmal durchgeschlendert, habe aber auch dort kaum etwas
behalten können.
Rein in den Bus, die Fahrt geht nach
Hause.
Kapadokya ist eine wirklich
faszinierende Landschaft, die man unbedingt einmal gesehen haben
sollte, vielleicht jedoch ohne so eine extrem touristische
Aufmachung, sondern sich einfach auf die Landschaft einlassen und sie
bewundern.
| Mal wieder wenig aufrecht stehen im Open-Air Museum |
Viele Grüße
Lisi
